Outdoor Wandern

Schlammschlacht auf dem Moritzberg – Wanderung auf den höchsten Berg Mittelfrankens

Obwohl das Wetter nicht perfekt ist, lockt mich der höchste Berg Mittelfrankens – der Moritzberg auf der Frankenalb. Mit 603 Metern ist der Zeugenberg die höchste Erhebung in Mittelfranken. Ideal für meinen persönlichen Einstieg in die neue Outdoorsaison. Meine Wanderung führt von Schönberg über den Moritzberg und den (Nicht-) Klingenden Wasserfall zurück.

Endlich wieder draußen!

Die letzten Wochen habe ich mich selbst an den Schreibtisch verbannt. Meine Abschlussarbeit hat sich bedauerlicherweise nicht allein geschrieben und da war ich irgendwie gefragt. Das hat sich sowohl auf die Outdoor- als auch die Schreiblust geschlagen. Aber die Arbeit ist fertig und die letzte Prüfung ist nun auch nur noch ein kurzes Intermezzo im Februar. Von daher kommen jetzt hoffentlich wieder andere Zeiten. Das mir das draußen sein gefehlt hat, merke ich schon auf den ersten Metern der Wanderung.

Stressfrei Wandern ohne Planung

Da ich im Vorfeld weder Zeit noch Muse für die großartige Routenplanung habe, setze ich auf den Klassiker in meiner Wanderbibliothek: Fahren und Wandern – Band 2 vom Fränkischen Albverein. Mit diesem Wanderführer ist verlaufen einfach unmöglich. Die Touren sind mehr als genau beschrieben und in diesem Band alles Rundwanderwege, was mir immer sehr entgegen kommt. Damit mit mein absolutes Feelgood-Wanderbuch. Mit diesem Führer unterwegs spare ich mir sogar meistens die Karte, weil einfach nichts schief gehen kann. Einziger „Haken“ ist, dass der Schwerpunkt der Touren auf dem Nürnberger Süden und Hersbrucker Schweiz liegen. Die Fränkische Schweiz kommt in dem Buch praktisch nicht vor.  Diesmal entscheide ich mich für die Route 44 auf den Moritzberg. Bei den mittelmäßigen Bedingungen und der Aussicht auf „Steiles Gelände“ bin ich sicher ziemlich allein.

Spielplatz für große Kids

Der letzte Schnee ist gerade erst getaut und das rächt sich merklich auf den Waldwegen auf den Moritzberg hinauf. Schlammschlacht vom Feinsten. Bringt mich aber zum Strahlen! Denn ich bin allein unterwegs und mir war einfach nach draußen für mich sein. Also ziemlich ideal. Der Weg führt aus Schönberg hinaus und von dort aus in den Wald.

Je weiter ich nach oben komme, desto mehr wird es zur Rutschpartie. Nur nicht hinfallen, bete ich mir mantraartig vor. Ich treffe mich später noch mit einer Kollegin und da kann ich nicht aussehen wie ein Wildschwein. Das letzte Stück ist zwar steil, aber weit weniger schlimm, als ich befürchtet habe. Oben angekommen liegt der Moritzberg, wie ausgestorben dar. Kein Wunder. Es ist relativ früh und nass. Da ist heute nicht mal was mit Mittagspause oder Aussichtsturm zu wollen. Egal, werde ich im Sommer nochmal wiederkommen. Aber heute geht es ja nur ums draußen sein, nicht um die Sehenswürdigkeiten oder Einkehr.

 

Weiter zum (Nicht-)Klingenden Wasserfall

Auf der anderen Seite des Moritzbergs geht es hinab Richtung Haimendorf. Hier ist etwas mehr los. Liegt in erster Linie an den Reitern, die unterwegs sind. Aber selbst die Pferde sind nicht unbedingt begeistert von der Wetterlage. Der Klingende Wasserfall lohnt sich da schon mehr für eine Pause. Auch wenn er einfach nur plätschert und rauscht und nicht klingt. Dieses Vergnügen hat man nur bei saftigen Minusgraden. Nichts was dieser Winter in diesem Jahr wirklich in petto gehabt hätte. Aber kann ja noch kommen. Wobei ich auch nichts gegen den Frühling hätte.

Unspektakulär, aber schön

Die Wanderung war aufgrund der Bedingungen eigentlich ziemlich unspektakulär. Das Highlight den Moritzberg konnte ich nicht genießen (Definitiv kein Biergartenwetter!) und auch der Wasserfall hat seinem Namen nicht die Ehre erwiesen. Aber egal! Ich war total glücklich. Der Duft von frisch geschlagenen Holz. Der Boden unter meinen Füßen. Die eigentümliche Stimmung im Nebel. Der Kopf fokussiert auf den Weg und nicht auf Wenn, Abers und Gestaltungsfragen. Einfach nur da, wo ich gerade war. Perfekt, unkompliziert, schön. Davon darf die nächsten Wochen wieder mehr Einzug halten.

Über uns

Dabei das Beste aus den kostbarsten Stunden zu machen. Wandern, Klettern, Natur und Abenteuer erleben. In Franken - meiner Heimat und auf Reisen.

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