Unterwegs Wandern

Sächsische Schweiz für Eilige oder das Land der 1000 Stufen

An der Bastei

Wie viel „Sächsische Schweiz“ geht in drei Tagen? Ich habe es ausprobiert. Die Sächsische Schweiz für Eilige.

Wir haben doch keine Zeit!

Ich muss es gleich zu Beginn sagen: Ich werde wiederkommen, liebe Sächsische Schweiz. Allerdings war mir das nicht klar, bevor ich das erste Mal hingefahren bin. Wäre mir das klar gewesen, hätte ich das Programm vielleicht ein wenig entspannter gewählt. Aber nachher ist man ja immer klüger. Und so ist es ja viel schöner… jetzt habe ich schon seit Wochen etwas von diesem Besuch (Schmerzen)! Aber für meinen jugendlichen Übermut kann ja die Sächsische Schweiz nichts. Von daher kann ich sagen, der Besuch lohnt sich total. Vielleicht liegt es an der Namensverwandschaft zu meiner Heimat oder an der Tatsache, dass tatsächlich Franken bei der Besiedlung ihre Finger im Spiel hatten. Jedenfalls ist die Sächsische Schweiz von hier aus das perfekte Ziel für ein verlängertes Wochenende. Und man kann unglaublich viel machen, sogar in drei Tagen. In diesem Sinne kommt hier eine Reiseempfehlung für alle, die die Sächsische Schweiz im Sauseschritt entdecken möchten.

 

Tag 1: Barbarine, Festung Königstein und Basteibrücke

Wir haben unsere Zelte für vier Tage in Königstein aufgeschlagen. Idealer Ausgangspunkt für alles, was wir die nächsten Tage vorhaben.

Wanderung zum Pfaffenstein und Barbarine

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Blick auf Königstein

Da wir uns am Vortag im ortsansässigen Supermarkt noch schnell eindecken konnten, können wir direkt nach dem Frühstück los. Wir durchqueren den Ort und folgen der Schilder zur „Schönen Aussicht“. Und schon gehen wir die ersten Treppen hinauf. Hätte ich geahnt, wie viele in den nächsten Tagen noch kommen werden, wäre ich die vermutlich nicht so hochgejoggt.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Blick auf den Lilienstein

Der Weg führt weiter bergauf und bietet neben einem tollen Blick auf Königstein auch wunderbare Aussicht auf den Lilienstein und die Festung Königstein. Der Weg führt ab der Schönen Aussicht parallel zum Tal im Wald entlang, bis man nach Pfaffendorf absteigt.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Vor uns der Pfaffenstein

Ab Pfaffendorf ist das erste Etappenziel, der Pfaffenstein, schon in Sicht.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Treppen

Wir entscheiden uns für den anspruchsvolleren Weg, der über Treppen und Leitern auf den Pfaffenstein führt. Scheinbar hat man in der Sächsischen Schweiz eine tief verwurzelte Leidenschaft für Treppen. Anders kann ich mir es jedenfalls nicht erklären. Auf dem Plateau führt der Weg auf die andere Seite des Pfaffensteins zur Barbarine. Allerdings ist der Weg nichts für schwer bepackte Menschen. Da man sich durch einen schmalen Felsspalt zwängen muss, ist hier für den ein oder anderen schon Schluss. Der Rest wird mit dem Ausblick auf die Barbarine belohnt. Der Sage nach ein verwunschenes Mädchen, das Heidelbeeren dem sonntäglichen Kirchgang vorgezogen hat. Da heute Freitag ist, sehe ich das ganze sehr entspannt und wir genießen unsere Pause in der Sonne.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Barbarine

Das Gasthaus auf dem Pfaffenstein wartet mit einer Karte auf von der sich fränkische Gastronomen gerne eine Scheibe abschneiden dürfen: Bio, vegetarisch, vegan, glutenfrei. Und Fleisch würde es sogar auch geben. Wir rätseln noch ein bisschen über die Logistik und besteigen zur Ablenkung den Aussichtsturm, der gebaut wurde, um Touristen anzulocken. 112 Stufen. Wie man sieht, funktioniert es ganz gut. Wir steigen über den einfacheren Weg ab und laufen zurück nach Königstein. Wir haben ja noch ein straffes Programm vor uns.

Festung Königstein

Als nächstes geht es an unserem Mädelswochenende weiter zur Festung Königstein. Die wurde uns von unseren Vermietern besonders ans Herz gelegt. Liegt vermutlich ein bisschen am Lokalpatriotismus, aber die Festung ist wirklich gigantisch. 7 Fußballfelder groß und zig Gebäude. Wir haben uns fürs rumschlendern entschieden. Mich hat sowieso etwas anderes gelockt. Die Fotoausstellung über Bernd Arnold, der Kletterikone der Sächsischen Schweiz. Da die hiesigen Kletterregeln und mein Kletterkönnen wohl niemals zusammenpassen werden, begnüge ich mich mit Fotos kucken.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Fotoausstellung Spuren im Sandstein

Bastei

 

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Weg zur Bastei

Direkt von hier aus geht es weiter nach Rathen. Wir parken auf der einen Seite der Elbe und überqueren sie mit der Gierseilfähre. Die Bastei dürfte das touristische Highlight der Sächsischen Schweiz schlechthin sein und steht damit auch bei uns auf der Liste. Allerdings haben wir die Brücke erst so richtig „verstanden“ als wir auf dem Aussichtspunkt jenseits der Brücke stehen. Aber die Aussicht dort ist wirklich beeindruckend.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Aussicht von der Bastei

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Basteibrücke

Die Basteibrücke. Vom Aussichtspunkt wirklich beeindruckend. Wer genau hinschaut, sieht die Kletterin auf der Felsnadel links. Nichts für schwache Nerven.

Zurück in Rathen wird es Zeit fürs Abendessen. Dringend notwendig nach diesem ersten intensiven Tag. Bei der Rückfahrt mit der Fähre genießen wir den Sonnenuntergang.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Sonnenuntergang Rathen

Tag 2: Durchs Kirnitzsch- und Weißbachtal

Eigentlich hatten wir für Samstag den Klettersteig auf die Affensteine ins Auge gefasst. Da es aber gerade als wir los wollen zu regnen beginnt und mir das im Sandstein nicht geheuer ist, disponieren wir um und fahren weiter nach Hinterhermsdorf. Von hier aus wandern wir tief in den Nationalpark hinein und laufen praktisch immer genau an der Grenze zwischen Tschechien und Deutschland entlang.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Grenze

An zwei Orten gleichzeitig.

Der Regen nimmt immer weiter zu, aber macht die Wanderung genau deshalb so besonders. Der Nationalpark hat viel von Zauberwald und natürlich sind bei diesem Wetter auch nicht viele Wanderer unterwegs.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Im Nationalpark bei Regen

Magisch bei Regen.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Felsen

Sieht nach einem Monster aus, das auf uns wartet.

Historische Kahnfahrt

Da die Wanderung insgesamt 27 Kilometer umfasst, sind wir ganz froh über die Kahnfahrt im Kirnitzschtal. Mal abgesehen davon, dass die Mischung aus Nebel und Sonne ziemlich perfekt ist.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Kahnfahrt

Rückweg nach Hinterhermsdorf

Ab der Kahnanlagestelle kann man sich mal zwischen zwei Wegen entscheiden. Wir nehmen natürlich den schnelleren. Mal wieder eine Stiege im Fels und noch ein bisschen enger als zuvor. Ich bin begeistert, wie vielfältig die Gegend und die Wanderung ist.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Stiege

Auf dem Rückweg lohnt sich auch noch der Abstecher zum Aussichtspunkt Königsplatz. Geschafft kommen wir in Hinterhermsdorf an und gönnen uns am Ortsrand erstmal Kuchen, damit wir die die letzten Meter bis zum Auto schaffen. Der Nationalpark gehört also auf jeden Fall auf die To-Do-Liste.

 

Tag 3: Schmilka und der Große Winterberg

An unserem letzten Tag entscheiden wir uns für eine kurze, schnelle Tour, da wir mittags wieder zurück nach Hause fahren wollen bzw. müssen.

Wir fahren nach Schmilka. An dem Ort mag ich schon seinen Namen. Ähnlich wie Hinterhermsdorf, der letzte Ort vor der tschechischen Grenze. Hier treffen wir auch auf den Malerweg, die bekannte Mehrtagestour des Elbsandsteingebirges.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Mühle in Schmilka

Die historische Mühle ist ein wunderschönes Ensemble und wird später noch von uns geentert. Vorher geht es aber erstmal auf den Großen Winterberg. Wir entscheiden uns für den Weg mit Stufen – sonst wäre es ja nicht wirklich lohnend und sparen uns dafür den Teerweg. Oben auf dem Winterstein gibt es ein kleines Nationalparkmuseum, die Infostelle Eishaus. Der dortige Aussichtsturm kann gegen eine kleine Gebühr besichtigt werden, hat mich jetzt aber nicht besonders begeistert.

Was da schon deutlich lohnender war, war der Abstecher zur Kipphornaussicht beim Abstieg.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_An der Kipphornaussicht

An der Kipphornaussicht

Über den Teerweg geht es wieder bergab Richtung Schmilka und wir tauschen ein paar Kindheitsurlaubserinnerungen aus. Komisch, was man sich so merkt.

Sächsische Schweiz_fuer_Eilige_Mühle Schmilka

An der Schmilkaer Mühle kehren wir noch in den Biergarten (keine Ahnung, ob das so heißt) ein und stärken uns für die Rückfahrt.

Sächsische Schweiz, es war schön mit dir!

1 Kommentar

  1. Hallo, Lisa,
    ich war vergangenes Jahr in der Sächsischen Schweiz. Ein wundervoller Ort, um seine Freiheit zu leben.
    Und diese habe ich auf eine etwas andere Art erlebt. Darüber habe ich dann auch unter http://blog.finde-dich-selbst.net/minimalismus-auf-der-wanderung/ berichtet. Ich hatte alles dabei, was es braucht und alles andere weg gelassen.

    Und gerade komme ich von einer 10 tägigen Wanderung aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zurück.
    Dieser Bericht steht aber noch aus, wird aber in Kürze folgen.

    Liebe Grüße
    Frank

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