Fränkische Schweiz: A bis Z Wandern

Die Fränkische Schweiz A-Z: Wanderung über die Orakelquelle St. Moritz nach Ortspitz

Fraenkische Schweiz A-Z_Ortspitz

Rund um Ortspitz gibt es mit der Orakelquelle und der Kapelle St. Moritz viel Spannendes zu entdecken (Wanderung ca. 14 Kilometer).

Dieser Text ist Teil meiner Serie „Die Fränkische Schweiz von A bis Z“ – mehr erfährst du hier

Hier war ich ja noch nie

Also in Seidmar und Ortspitz war ich definitiv noch nie. Aber genau das mag ich so an meinen Touren. Man entdeckt auch in der Heimat immer wieder neue Ecken. Ein großes Plus für mich: Wenn ich nicht weiß, wo ich hinwandern möchte, kann ich einfach meine A-Z Liste herauskramen… und Schwupps, schon habe ich ein neues Ziel. Diesmal steht Ortspitz als Alternative zum Walberla auf meiner Wunschliste.

Und schon der Start in Seidmar gefällt mir ausgesprochen gut. Hier kann man es eigentlich ganz gut aushalten. Jedenfalls hat man sich bei der Ortsgestaltung durchaus Mühe gegeben.

Fränkische Schweiz A-Z Ortspitz_Haus Seidmar

Fränkische Schweiz A-Z - Blume

Tierische Überraschung

Von Seidmar laufe ich in Richtung Leutenbach. Am Ortsausgang kann ich natürlich nicht an den Kälbchen vorbeigehen. Bei uns heißen die „Moggala“. Auch wenn mir inzwischen immer mehr Kühe auf der Weide auffallen – sozusagen Freilandhaltung – stelle ich auch heute wieder fest, dass dieses Glück in der Regel nur den Tieren für die Fleischerzeugung zuteilwird. Die klassischen Milchkühe begegnen mir meistens noch im Stall. Wobei sich durch Offenställe und Melkroboter die Situation auch hier verbessert hat. Als Kind war ich aus den Kuhställen der Nachbarschaft nicht wegzukriegen. Im Gegensatz zu den dortigen Bewohnern, die fest angekettet waren und jahrelang ein und denselben Fleck an der Wand anschauen mussten.

Die eigentliche tierische Überraschung begegnet mir, aber am ersten Maisfeld außerhalb von Seidmar. Allerdings höre ich zunächst nur ein lautes Rascheln und werde schon leicht unruhig. Es ist morgens um 8 Uhr. Sind da noch Wildschweine unterwegs? Plötzlich springt vor mir ein Rehkitz aus dem Dickicht und auf der gegenüberliegenden Seite ins Weizenfeld. Blöd, nur dass es weiter raschelt… Klar, wo das Kitz, da die Rehmutter nicht weit. Eigentlich würde ich gerne weitergehen, aber das Kleine hüpft fiepend durchs Weizenfeld. Vor, zurück, links, rechts. Als es wieder zurück auf den Weg läuft, registriert es mich erst richtig und läuft schnell weiter. Das gleiche mach ich jetzt auch, damit die Mutter aufschließen kann.

Nach Leutenbach

Zwischen Feldern führt der Wanderweg durch die morgendliche Landschaft. Der Weg führt in den Wald und endet in Leutenbach. Von hier hat man einen guten Blick aufs Walberla und ich kann das für heute also doch noch abhaken.

Fränkische Schweiz A-Z Ortspitz_Blick aufs Walberla

Fränkische Schweiz A-Z Ortspitz - Bach

Von Leutenbach laufe ich ein Stück die Straße aus dem Ort heraus und genieße das letzte Mal den Blick aufs Walberla, bevor es wieder in den Wald geht.

Kalktuffbach und Kapelle St. Moritz

Auf dem Weg zur Kapelle St. Moritz läuft man an einem Kalktuffbach entlang, ähnlich wie in Lilling. Dabei bilden sich Stufen aus Kalk über die das Wasser fließt. Da meine geologischen und biochemischen Erklärungen sicher nicht so verständlich sind, kann man hier die Entstehung von Kalktuffbächen nachlesen. Der Weg und der Rastplatz am Kalktuffbach sind recht neu angelegt und einigen sich für eine Pause an heißen Tagen im Schatten.

Von hier aus erreicht man in ein paar Minuten die Kapelle St. Moritz.

Fränkische Schweiz A-Z - Ortspitz- Kapelle St. Moritz

Die Kirche ist dem Schutz der gleichnamigen Quelle gewidmet und erfreut sich bei Brautpaaren zunehmender Beliebtheit.

Wanderung über die Orakelquelle St. Moritz

Fränkische Schweiz A- Z_ Ortspitz Orakelquelle

Unweit der Kirche entgegengesetzt der Wanderrichtung nach Ortspitz befindet sich die Orakelquelle. Die Figur des St. Moritz wacht über die Quelle, der magische Kräfte nachgesagt werden. Angeblich kann sie die Zukunft vorhersagen. Dazu muss man ein Holzstück ins Wasser werfen: Wenn es schwimmt, darf man sich auf positive Aussichten einstellen. Wenn es allerdings untergeht, dann kann man mit seinem baldigen Ableben rechnen! Da der Brunnen bei meinem Besuch praktisch kein Wasser geführt hat, bin ich auch nicht in die Verlegenheit gekommen mir meine Zukunft voraussagen zu lassen… und bin dafür schnell weiter nach Ortspitz.

Ortspitz mit Ausblick

Zwischen Wiesen geht es die Anhöhe hinauf nach Ortspitz. Der kleine Ort mit knapp 100 Einwohner liegt einfach unglaublich idyllisch mit Blick auf das Walberla. Entstanden ist der Ort im 16. Jahrhundert und auch heute merkt man, dass die Landwirtschaft eine große Rolle spielt. An dem Sonntag an dem ich unterwegs war, war es ziemlich ruhig. Sogar bei der Feuerwehr hat sich nichts gerührt.

Fränkische Schwei A-Z_Ortspitz Tag der Offenen Brennereien

Allerdings dürfte sich am 3. Sonntag im Oktober (15.10.2017) ein ganz anderes Bild bieten. Am Tag der Offenen Brennereien rund ums Walberla öffnen in den Orten die Brennereien ihre Türen und bieten ihre Spezialitäten an. In Ortspitz beteiligt sich die Brennerei Peterhof. Dort gibt es mehr als 30 verschiedene Sorten, u.a. Mirabelle, Schlehe oder auch Walnussschnaps. Ein Besuch lohnt sich also sicherlich – auch wenn dann das Auto lieber stehen gelassen werden sollte! Da ich ja mit dem Auto unterwegs bin, trete ich den Rückweg durch den Wald nach Seidmar an.

Mal wieder eine tolle neue Entdeckung in der Fränkischen Schweiz! Habt ihr Tipps für mich? Dann verratet es mir in den Kommentaren. 

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1 Kommentar

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