Unterwegs Wandern

Auf Umwegen zum Blindsee – Wanderung in Tirol

Wanderung zum Blindsee_Blindsee

Wunderschöne Wanderung zum Blindsee, so eigentlich!

Allein unterwegs

Die Sache mit den Kletterverletzungen ist dieses Jahr wirklich ein auskömmliches Geschäft. Erst die Finger, jetzt die Schulter. Natürlich ideal, wenn man einen zweiwöchigen Kletterurlaub geplant hat. Schon im Vorfeld habe ich umdisponiert. Nassereith statt Ith, Wandern und Lesen für mich statt Klettern und Bouldern. Ich tuckere mit meinem treuen Fiesta den Fernpass hoch und starte heute allein zum Wandern in Biberwier. Vom Sportplatz in Biberwier geht es zum Weisensee, der mit allerlei Verbotsschildern gepflastert ist. Ich freue mich zwar über das erste sachte Bergpanorama, aber hier will ich irgendwie nicht bleiben.

Schöne Aussicht

Weiter geht es in Richtung Blindsee. Bei der ersten Möglichkeit verlasse ich den Schotterweg und folge lieber dem schmalen Pfad zur Schönen Aussicht. Die Vorfreude wächst! Nachdem ich erst unterwegs realisiere, dass der Blindsee ein See ist, den ich schon bewundert habe. Vermutlich wie so viele! Der Blindsee ist dieser wunderbare türkisblaue See unterhalb, der Brennervermeidern nicht unbekannten, Raststätte Zugspitzblick am Fernpass. Bei unserem letzten Zwischenstopp hat es schrecklich geregnet, aber der See hat mich magisch angezogen. Laut der Karte ist es nicht, wie gedacht, ein privater See, sondern einer in dem man baden kann. Bei der sommerlichen Hitze sind das wirklich schöne Aussichten! 🙂

Wanderung zum Blindsee-Schild Schöne Aussicht

Via Claudia Augusta

Der Pfad zur Schönen Aussicht geht wieder über in die Via Claudia Augusta. Der Schotterweg führt bergauf. Sehr zum Leidwesen vieler Radler. Mir war nicht klar, dass die alte Römerstraße, die die Donau mit der Adria verbindet und eine sehr wichtige Handelsroute war, heute das Mekka von Fahrradtouristen ist. Unterwegs sind jedenfalls so einige, wobei auch hier das E-Bike eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Ich unterhalte mich mit meinem Mann, der in 10 Tagen vom Allgäu nach Venedig möchte. Er hat mich angesprochen, nachdem er neidisch auf meine zwei Füße gekuckt hat. Wandern sei hier ja schön, aber Radfahren doch eher zum Verfluchen. Der Schotterweg ist nicht optimal mit Gepäck zu befahren und die vielen Höhenmeter an diesem Tag (am nächsten Tag folgt der Reschenpass) sind doch eher etwas für Enthusiasten. Ich fahre ja auch gerne Rad, aber für diese Alpenüberquerungssachen kann ich mich nur mäßig begeistern.

Fernpass – das hätte es nicht gebraucht

Ich treffe den Radler an der „ersten“ schönen Aussicht wieder und wir freuen uns beide über den Blick auf den Fernsteinsee und die umliegende Bergkulisse. Nach diesem kurzen Verbindungsstück stehe ich wieder auf der Via Claudia Augusta. Allerdings gibt es hier keine Wegmarkierung, aber bergab klingt logisch. Laut der Karte müsste bald der „Schöne Aussicht Pfad“ kommen. Wird schon passen!

„Wir schon passen!“ ist ja sowas von eine scheiß Idee!! Anstatt mich ordentlich hinzusetzen und die Karte anzuschauen *und* (und ich würde sagen, dass hätte mir in 90% aller Verlaufereien geholfen) einfach nochmal zurück zu gehen zur letzten Markierung, gehe ich nach Gefühl weiter. Das dieses Gefühl und meine mangelnde Bereitschaft umzukehren mir am Ende einen Umweg von 6 Kilometern bescheren und ich tatsächlich vom Fernpass aus, den kompletten Weg zum Aussichtspunkt zurückgehen muss, ist ja kaum noch der Rede wert!

Zurück auf Hoch

So, stehe ich dann also in Fernpass, diesem wenig attraktiven Durchgangsort. Frage mich, warum man genau hierhin ein Yogaretreat baut (Das nette Panorama? Günstiger Grundstückspreis?) und ärgere mich nach eingehendem Karten und Wegweiserstudium (auf einmal!) über mich selbst. Dann atme ich durch und gehe ganz schlicht den Weg zurück den ich gekommen bin.

Der Weg zur Schönen Aussicht – Teil 2

Oben an der Schönen Aussicht angekommen, gehe ich ein Stück zurück und folge dem Wegweiser zum Restaurant Zugspitzblick und bin endlich auf dem von mir anvisierten „Schönen Aussicht Pfad“. Wie ich später noch feststellen werde, gibt es mehrere Schilder, die einen zu einer Schönen Aussicht verhelfen. Allerdings eben eine und nicht die! Dementsprechend ist das Verirrungspotential nicht unerheblich. Nach einer Pause zur Stärkung mit Blick auf die Zugspitze folge ich dem Pfad an der Bergflanke entlang und werde wirklich mit tollen Aussichten belohnt.

 

Wanderung zum Blindsee_Zugspitzblick

Imposanz in schwarz-weiß!

Ich treffe nur ein Paar und ein Reh und bin ansonsten für mich allein. Der Weg über Wurzeln und Steine ist eine willkommene Abwechslung nach den sinnlosen Kilometern auf dem Schotterweg. Und nach einer Weile wird das Bergpanorama hiervon abgelöst:

Wanderung zum Blindsee_Blick zum Blindsee

Der erste Blick auf den Blindsee. Jetzt kann ich es wirklich nicht mehr erwarten! Den Fernpass am Restaurant Zugspitzblick gequert und schnell bergab ans Ufer.

Wanderung am Blindsee

Auf der gegenüberliegenden Uferseite tummeln sich die Sommerfrischler. Ich bin aber ziemlich ungestört und schlüpfe eilig in meinen Bikini. Ab geht’s in kühle Nass! Allerdings ist der See an der Stelle viel wärmer als gedacht und ich krieg mich gar nicht mehr ein vor Begeisterung. Dieses Wasser mit dem Blick auf die Berge. Grinsekatzenmodus on!

Wanderung zum Blindsee_Am See

Um den Blindsee herum führt auch ein Weg, der oberhalb des Sees verläuft und nochmal tolle Aussichten liefert. Ein ganz besonders Stück Tirol!

Wanderung zum Blindsee_Weg am See entlang

Der Blindsee kann übrigens auch bequem per Auto erreicht werden. Haben wir am Folgetag auch gemacht. Diese Entdeckung musste ich natürlich auskosten 🙂 . Der Parkplatz ist am besten von Biberwier nach Fernpass fahrend zu erreichen und mit einer Schranke gesichert (im Sommer 4€/ Tag).

Mittersee und Quelle

Wanderung zum Blindsee_Rückweg nach Biberwier

Meine Wanderung führt mich schließlich vom Blindsee weg und weiter zum Mittersee. Dieser kleine Naturbadesee liegt auch sehr schön, allerdings bin ich vom Blindsee so nachhaltig begeistert, dass es die Konkurrenz etwas schwer hat…

Weiter geht es von hier zur Loisachquelle. Diesen Abstecher kann man ruhig mitnehmen und sich vor dem letzten Kilometer zum Parkplatz nochmal zu stärken und ein bisschen Natur zu tanken.

Umwege erhöhen die Ortskenntnis! Oder wie seht ihr das? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Informationen zur Tour

Achtung! Mein Track enthält natürlich meine Verirrung! Auf dem letzten Bild habe ich die Karte entsprechend markiert. Die Strecke ohne Umweg sind 12,5 Kilometer!

 

 

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