Klettern

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern_Klassiker I

„Ein schöner Rücken kann auch entzücken“ – wohl wahr, aber die klassische Kletterfotografieperspektive von schräg unten liefert nicht immer vorteilhafte Ergebnisse. Ich gebe dir 5 Tipps für schönere Fotos beim Klettern, die man gerade als Anfänger gut umsetzen kann.

Das klassische Kletterfoto

Das klassische Kletterfoto ist leider nicht das, was ich als vorteilhaft bezeichnen würde. In der Regel steht der Fotografierende unten und fotografiert vom Wandfuß nach oben. Was kommt dabei raus?

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern_Klassiker2: Man sieht Klettererin von unten

In etwas sowas wie das hier. Man sieht vor allem? Hintern! In allen Variationen… Das kann entzückend sein, ich finde diese Bilder von mir immer nicht so ganz so prickelnd.

Denn außer meinem Hintern sieht man nämlich praktisch nichts. Man kann weder mein Gesicht sehen. Oder sieht in was für einer Tour ich hänge. Ob der Zug schwer ist oder nicht. Man sieht einfach nichts. Damit du in Zukunft ein paar andere Bilder von dir oder deinen Freunden bekommst, gebe ich dir fünf Tipps für bessere Kletterfotos. Aber davor möchte ich mit zwei Mythen rund um Kletterfotos aufräumen.

Mythos Kletterfotos 1: Bilder müssen immer aus der Wand gemacht werden

Ja, Bilder bei denen der Fotograf oder die Fotografin in der Wand hängen sind schon ziemlich cool. Man ist nah dran und kann im besten Fall den Schlüsselzug und den passenden Gesichtsausdruck dazu für die Ewigkeit festhalten. Fotos aus der Wand setzen aber voraus, dass du weißt, wie du dir sicher einen Platz in der Wand suchst und die notwendige Technik beherrscht. Denk immer daran: Sicherheit geht vor!!! Von daher konzentriere dich am Anfang lieber auf Bilder vom Boden aus. Auch hier kann man tolle Bilder machen und setzt sich keiner unnötigen Gefahr aus!

Mythos (Kletter-)fotos 2: Man braucht viel Ausrüstung

Ich kenne Menschen, die schleppen an den Fels nicht nur Seil und Kletterausrüstung, sondern auch mehrere Kameras, Stative und Scheinwerfer. Alles nett, aber gerade für den Anfang gilt: Die beste Kamera ist die, die du dabei hast. Und das kann beileibe auch dein Smartphone sein. Lass dich von Profibildern in den Magazinen nicht abschrecken. In erster Linie kommt es drauf an, dass du Spaß an der Sache hast!

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern

1. Kontraste

In der Regel kommt einem bei diesem Punkt schon die aktuelle Klettermode sehr entgegen. Je knalliger die Farbe, desto besser. Die meisten Sportkletterrouten bewegen sich farblich ja irgendwo zwischen grau, braun und grün. Wenn man dann auch noch einen Minikleinen Kletterer in Tarnfarbe hat, wird es schwierig. Das folgende Bild ist ein gutes Beispiel für dieses Suchspiel. Der Kletterer trägt ein schwarzes T-Shirt zur grauen Wand. Sehr schwierig den Unterschied zu sehen:

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern_Kletterer mit schwarzen T-Shirt

Auf diesem Bild ist es viel einfacher:

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern_Klettererin mit bunter Hose in hoher Wand

Klettern in Ungarn

Sowohl die Hose der Kletterin, als auch die Jacke des Sichereren stechen aus dem Bild heraus. Dazu kommt ein Kontrast, der natürlich besonders gut beim Klettern funktioniert: Kleine Person im Verhältnis zu großer Wand.

2. Bildgestaltung

Auch bei Kletterfotos kann man die klassischen Regeln der Bildgestaltung beherzigen. Es gibt viele gute Bücher zu diesem Thema, aber im Prinzip ist es ganz leicht. Wenn man sich ein Bild überlegt (und überlegen ist meistens eine gute Idee statt wahllos auf das Knöpfchen zu drücken, aber ganz oft drücke ich natürlich auch nur einfach – das ist schon ok 😉 ), dann sollte man sich einen Bildausschnitt überlegen, der sich am goldenen Schnitt orientiert. Dazu teilt man das Bild gedanklich in 3 horizontale und vertikale Achsen. Das Hauptmotiv sollte auf einer der Achsen oder am besten Schnittpunkte liegen (links unten oder rechts oben nehmen wir am liebsten wahr). Diese Regel ist nicht in Stein gemeißelt, aber meist sieht das Bild dadurch dynamischer aus als der Kletterer, der einfach in der Mitte des Bildes hockt.

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern_Goldener Schnitt

Die linke gedachte Linie passt zur Linie des Beins beim Knieklemmer.

Darüber hinaus kann man gerade beim Klettern gut Linien nutzen (z.B. Felskanten), um den Blick des Betrachters zu lenken.

3. Perspektivenwechsel

Nutze beim Fotografieren ruhig die Gegend, um den Fels. Vielleicht gibt es einen Baumstamm oder Fels auf den du dich stellen kannst. Vielleicht liegt die Route in einer Senke und du kannst die Gegenseite für eine erhöhte Position nutzen. Oder du legst dich auf den Boden. Sei kreativ und löse dich von der direkten Position unterhalb des Kletterers am Wandfuß.

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern_Felsnadel

Durch eine erhöhte Position gegenüber der Wand bin ich relativ weit oben, um das Ende der Tour zu sehen.

4. Zeig die Umgebung

Erzähl mit deinen Bildern eine Geschichte und lass den Betrachter wissen, worum es hier geht. Wird an einer Bigwall geklettert oder nur am Übungsfelsen im Garten? Ist die Wand überhängend oder eine Platte? Wähle einen größeren Ausschnitt, damit jeder weiß, worum es hier geht.

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern_Baum

Die Tour liegt im Wald und ist eine klassische Fränkische Route. Der Baum mit den Pilzen dient als Blickfang und hilft auch den Kletterer leichter zu finden.

5. Szenen fotografieren

Und gelegentlich ist es auch charmant einfach nicht nur den Kletterer an der Wand zu zeigen, sondern das Drumherum. Pausen, Diskussionen oder auch die Pannen ergeben ein stimmiges Gesamtbild.

5 Tipps für Anfänger: So machst du schönere Fotos beim Klettern_Hand und Buch

„Was hast du denn?! Ich habs genau so gemacht, wie im Buch!“

Beim Klettern gehts doch schließlich um mehr, als um den A***** an der Wand 😉

6. Hol dir Inspiration

Und zum Schluss: Hol dir Inspiration bei anderen. Viele Bilder entstehen, weil man Lust hat Motive von anderen einfach mal selbst auszuprobieren. Das Internet und Instagram sind voll von spannenden Ideen!

Viel Spaß beim Klettern und Fotografieren!

Über uns

Dabei das Beste aus den kostbarsten Stunden zu machen. Wandern, Klettern, Natur und Abenteuer erleben. In Franken – meiner Heimat und auf Reisen.

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