Fränkische Schweiz Wandern

Wanderung ins Felsendorf Tüchersfeld mit alpinen Feeling

Schild mit der Entstehungsgeschichte Tüchersfeld im Hintergrund Tüchersfeld. Auf dem Schild steht: "Tüchersfeld. 1243 erstmals mit zwei kleinen Burgen urkundlich erwähnt. Nach Verwüstung der unteren Burg im 30-jährigen Krieg wurde dort 1780 der "Judenhof" errichtet, heute Sitz des Fränkischen Schweiz Museums.

Das Felsendorf Tüchersfeld ist eines der bekanntesten Fotomotive der Fränkischen Schweiz. Das Tüchersfeld, aber sogar mit einem „Alpinen Aufstieg“ aufwartet, war aber für mich eine neue Entdeckung. Die ca. 11 Kilometer lange Tour startet in Gößweinstein und führt über Tüchersfeld an Behringersmühle vorbei zurück nach Gößweinstein.

Es heißt nicht umsonst Früh-ling

Im Frühling könnte mein Tag ja gerne 72 Stunden haben. Langweilig würde mir nicht werden. Nachdem einem ja in der Regel nur 24 bleiben und dank Zeitumstellung ich mich mit 23 begnügen muss, heißt das eben früh raus. Also nicht wirklich früh: 6:45 Uhr. Der Mann zieht sich trotzdem die Decke über den Kopf und murmelt nur etwas von: „Du hast das wirklich ernst gemeint?!“ Scheinbar doch zu früh für Sonntag. Ich trabe los, um Kaffee zu kochen. Natürlich meinte ich das ernst. Ich will ja schließlich heute noch Wandern gehen, dann schnell zum Kaffee trinken bei der Familie vorbeischauen und im Garten werkeln. Jedenfalls die Art von Werkeln, die in einer so katholischen Ecke nicht der sonntäglichen Ruhe entgegensteht.

Von daher gilt für mich: Wer sonntags früh aufsteht, hat einfach mehr vom Wochenende!

Start in Gößweinstein

Wir fahren nach Gößweinstein und begleiten erstmal Herrn Balthasar Neumann ein Stück. Balthasar Neumann ist einer der wichtigsten Architekten der Barockzeit und hat u.a. die Basilika in Gößweinstein gebaut. Neben der Burg das Erkennungszeichen meines quasi Heimatortes. Für alle vor 2000 geborenen: Der Gute war früher auf dem 50 DM-Schein zu sehen.

Vorbei am Höhenschwimmbad, ein tolles Naturschwimmbad, das hoffentlich bald wieder seine Pforten öffnet, geht es weiter die Steigung hinauf und aus dem Ort hinaus.

Blick auf Gößweinstein

Blick auf Gößweinstein kurz unterhalb des Sternenhofs. Links die Basilika, rechts die Burg Gößweinstein.

Am Ortsrand hat man es nicht mit Fata Morganen zu tun, wenn einem plötzlich exotische Tiere begegnen. Der Sternenhof am Ortsrand ist zum einem ein Pferdehof zum anderen, aber eben auch eine private Tierarche für Tiere aus dem Tierschutz. Neben Pferden konnten wir auch Ziegen, Emus und Lamas (große Freude!) entdecken. Vielleicht sollten wir mal anfragen, ob von denen mal jemand Lust hat unseren Garten zu mähen 😉

Wanderung nach Tüchersfeld

Der Weg führt in den Wald und steil bergab. Ich muss schmunzeln, da die 2 Kilometer nach Tüchersfeld wirklich nicht lang sind, aber in der Erinnerung meines 8-jährigen Ichs eine ganz schöne Schinderei waren.

Felsbrock auf dem Weg nach Tüchersfeld

Unterwegs sehen wir einen massiven Felsbrock, der sich wohl irgendwann oberhalb des Weges vom Fels gelöst. Dem möchte ich lieber nicht im Rollen begegnen.

Das Felsendorf Tüchersfeld

Im Tal angekommen genießen wir erstmal den Blick auf das Felsendorf Tüchersfeld, bevor wir die Püttlach überqueren. Das Fränkische Schweiz Museum, das sich an die Pfeiler aus der Kreidezeit schmiegt, ist das typische Fränkische Schweiz Motiv.

Blick auf Tüchersfeld.

Links der Fahnenstein und rechts der Museumspfeiler mit dem Museum.

Da das Museum noch nicht offen hat (einziger Nachteil des frühen Aufstehens) muss ich meinen ersten Besuch dort auf ein anderes Mal verschieben.

Dafür folgen wir den Schildern Richtung Ortsausgang zum Fahnenstein. Am Ortsausgang rechts hinter dem Feuerwehrhaus gibt es tatsächlichen einen kleinen Klettersteig!

 

Alpiner Aufstieg auf den Fahnenstein

Alpiner Aufstieg zur Burg Obertüchersfeld

„Alpiner Aufstieg“ in der Fränkischen Schweiz! Na, da bin ich jetzt aber wirklich gespannt. Der Weg führt über Treppen bergauf und weiter als schmaler Pfad auf dem Bergrücken entlang. Vor der eigentlichen Klettersteigpassage das nächste Warnschild:

Warnschild

Letztlich ist natürlich alles nicht so wild. Nach dieser schmalen Treppe führt der Weg über eine steile Gittertreppe. Oben angekommen geht es durch einen Felsenbogen an einem Seil entlang und die letzten Stufen sind mit einem Geländer gesichert.

Oben angekommen hat man einen herrlichen Ausblick auf Tüchersfeld. Wir genießen in der Sonne unser zweites Frühstück.

Blick vom Fahnenstein auf Tüchersfeld

Den Rückweg trete ich aus Komfortgründen rückwärts an. Zu meiner Unterhaltung trällere ich ein Liedchen darüber, warum ich mit dem „dicken Hintern“ zuerst gehen muss… Am Ausgang des Felsensbogens erwartet mich dann schon ein feixender Typ, der eindeutig zu lange Zeit hatte sich zu überlegen, ob meine Aussage zutrifft oder nicht…. Hachja, einfach mal still sein, hätte auch seine Vorteile gehabt 🙂

An der Püttlach entlang nach Behringersmühle

Für den Rückweg gehen wir über die Püttlach zurück und biegen kurz nach der Kapelle nach rechts ab. Der Weg führt an der Püttlach entlang und trifft schließlich auf den breiteren Wanderweg. Der Wanderweg führt gemächlich auf halber Höhe durch das Tal. Immer begleitend vom Rauschen der Püttlach. Allerdings leider, wenn man Pech hat, auch begleitet von Motorengeräuschen, da der Weg ebenfalls zur parallel zur Bundesstraße verläuft.

Die Püttlach nahe Tüchersfeld

Die letzten Höhenmeter nach Gößweinstein

Kurz vor Behringersmühle können wir wählen, ob wir bergab nach Behringersmühle gehen oder geradeaus und dann links mit dem Wegweiser „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz“ den Berg hinauf. Zugegebenermaßen sind wir ein bisschen faul und wollen uns die schon zurück gelegten Höhenmeter nicht mehr wegnehmen lassen. Also sparen wir uns heute den „Umweg“ über Behringersmühle.

Der Pfad scheint allerdings nicht so häufig genutzt zu werden. Er ist ziemlich zugewachsen. Im Frühling natürlich kein Problem. Im Sommer macht eine Gartenschere im Handgepäck vielleicht Sinn? Kurz darauf treffen wir weitere alpine Gesellen.

Plastik-Murmeltier im Wald

Vom Aussichtspunkt am Sieghardfelsen kann man Gößweinstein schon sehen. Wir orientieren uns ab hier immer an der Basilika und kommen zufrieden zurück am Höhenschwimmbad an und laufen den Weg zurück zu unserem Auto.

 

Wart ihr schon im Fränkische Schweiz Museum? Ist Tüchersfeld auch euer Highlight oder habt ihr andere Empfehlungen? Ich freue mich über eure Kommentare!

 

Informationen zur Wanderung

Start: Gößweinstein
Ziel: Gößweinstei
Länge: ca. 11 Kilometer (Wir waren 3 Stunden unterwegs)
Markierung: Ab dem Höhenschwimmbad Gößweinstein folgt man dem roten Kreuz gut ausgeschildert bis nach Tüchersfeld. Hier überquert man die Püttlach und geht in den Ort hinauf. Der Weg zum Fahnenstein ist ausgeschildert (Ortsausgang Richtung Kleinlesau). Der Aufstieg beginnt rechts hinter dem Feuerwehrhaus. Von hier aus wieder zur Kapelle und nach rechts an der Püttlach entlang. Man trifft oberhalb der Püttlach auf den Main-Donau-Weg (MD). Dem Weg folgt man bis kurz vor Behringersmühle. Mit dem Kulturerlebnisweg Fränkische Schweiz [K] geht man nach links bergauf. Ab der Bank, die eine tolle Aussicht auf Gößweinstein bietet, geht man ohne Markierung immer auf Burg und Basilika zu.
Anfahrt: Über die A73 nach Forchheim. Ab hier weiter über die B470 nach Ebermannstadt. In Ebermannstadt Richtung Moggast nach rechts abbiegen. Dem Weg bis nach Gößweinstein folgen. Wir haben am alten Schwimmbad in der Balthasar-Neumann-Straße geparkt. Alternativ kann man auch den Parkplatz am Höhenschwimmbad nutzen.

 

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