Abenteuer

Premiere B/O/F/F – das Bayerische Outdoor Filmfestival

B/O/F/F Flyer

In der aktuellen Ausgaben 2/2017 der Panorama wird im Knotenpunkt zu Outdoor- und Skifilmen die Frage gestellt: „Braucht’s das?“ Eine zweiseitige Pro und Contra Liste. Da stellt sich die Frage braucht es da ausgerechnet ein Outdoor Filmfestival in Bayern?
Eine kleine Rückschau der Premiere des Bayerischen Outdoor Filmfestivals:

Was ist gleich?

Gänsehautmomente

Was den Faktor Gänsehaut zu Filmminuten angeht, muss sich das bayerische Nischenprodukt nicht verstecken. Ganz im Gegenteil, das schneidet in diesem Jahr bei mir sogar besser ab als die großen Brüder. Ich hatte ganz oft Gänsehaut am ganzen Körper, habe schallend gelacht und ein paar Tränen vergossen (was offiziell natürlich nur an der schlechten Luft lag 😉 ). Die Filme sorgen einfach für perfekte Unterhaltung im Kinosessel und nehmen einen sofort mit auf Tour.

Ohne entlegene Gebiete geht es nicht

Wer jetzt Sorge hat, dass er sich nur mit den bayerischen Voralpen begnügen muss, kann unbesorgt sein. Der Untertitel zwischen „Kaschmir und Karwendel“ deutet schon an, dass nicht nur das schöne Bayern porträtiert wird, sondern vor allem bayerische Protagonisten. Zwischen Kaschmir und Karwendel liegt nämlich noch Island, Saalbach, Tirol und Kirgisien.

Gute Geschichten

Der Mensch ist ein Geschichtentier. Und zu einer guten Geschichte gehören eben einige negative Aspekte und eine größere Portion an positiven. Klassisches Storytelling also.  Das Bayerische Outdoor Filmfestival verpackt diese Geschichten gekonnt in monumentale Bilder und das richtige Setting für den Outdoorfreund. Neben der Baron Münchhausen Reise, gibt es das David gegen Goliath – Flair, genauso wie die ganz klassisch gestrickte Heldengeschichte.
Beim Menschen gilt halt evolutionär: Wer erzählt, der überlebt!

Was ist anders?

Das Motto

„In Bayern daheim, in der Welt zu Gast“ ist das Motto des Bayerischen Outdoor Film Festival. Ein Motto, das mich per se anspricht. Bodenständiger und nachvollziehbar. Quasi die Geschichte des Nachbars, der auszog um die Welt zu entdecken, aber doch immer wieder heimkehrt.

Der Dialekt

Wer mit den sprachlichen Facetten jenseits des Weißwurstäquators seine Probleme hat, kann dieses Festival wahrscheinlich nicht umfänglich genießen. Spätestens der linguistische Ausreißer der Tiroler Nachbarn (die bayerische Linie können die Macher nicht ganz durchhalten) fordert das Dialektohr ganz schön heraus. Aber allein der Titel „A MORDS SAUHAUFEN IN AN Z’KLOAN ZELT“ ist einfach zu schön, um ihn in der Schublade verschwinden zu lassen. Ansonsten finde ich Dialekt aber ziemlich cool und freue mich über die Sprachfärbung. Allerdings bleibt abzuwarten, falls es eine Wiederholung gibt, ob nicht irgendwann Untertitel eingeführt werden 😉

Das „Warum“ rückt in den Vordergrund

Bis auf den letzten Film „The Eyes of God“, den ich nicht ganz stimmig fand (siehe Fazit), haben die Filme nicht ganz so viel von dem üblichen höher, schneller, weiter, EXTREMER. Die Bilder sind hier auch spektakulär und übersteigen sicher das Mainstreamlevel um ein Vielfaches, aber hier wird sich auch die Frage gestellt: Warum muss man denn in Kaschmir den Berg runterfahren? Steht allein die Line im Vordergrund oder doch vielleicht die Begegnung?
Und was ist eigentlich Glück oder Fortschritt, wenn man erlebt hat, dass der Körper eben keine unzerstörbare Maschine ist? Was lässt sich durch Kreativität erreichen? Auf Tour mit einem verzauberten Zelt oder dem alten Damenrad (Pro Equipment nimm das!)?

Die familiäre Atmosphäre

Anstatt großer Hallen fand das Festival in Nürnberg in einem kleinen, alternativen Programmkino statt. Ich sag nur so viel: Mit richtigen roten Vorhang! Keine Plakate, keine Roll-ups, aber dafür war Tom Dauer, einer der beiden Köpfe hinter der B/O/F/F, selbst vor Ort und führte durch das Programm. Also alles klein und kuschlig! Schön!

 

Fazit: Klein, aber oho

Die Antwort auf die Frage „Braucht’s das?“ lautet also: Ja, unbedingt!
Die Premiere des Bayerischen Outdoor Film Festivals kann sich aus meiner persönlichen Zuschauersicht durchaus sehen lassen. Das Festival steht am Anfang seiner Bühnenkarriere, die aber mit etwas Glück vielversprechend verlaufen wird.
Den einzigen Punktabzug gibt es es tatsächlich, wie angedeutet, für den Film „The Eyes of God“. Nicht weil der Film nicht gut wäre, aber einfach, weil ich trotz bayerischen Macher den bayerischen Bezug vermisst habe. Wenn schon „Bayerisch“ draufsteht, darf das auch spürbar sein. Aber als Fränkin würde ich da jetzt einfach mal sagen: Passt scho! Denn wenn man anfängt, muss es nicht perfekt sein. Hätte man auf die perfekten sechs bayerischen Filme gewartet, hätte dieses Festival vermutlich nie das Licht der Welt erblickt. Von daher hoffe ich auf eine Wiederholung 2018 bei der neben einer breiten Filmauswahl auch gerne die Vielfalt Bayerns abgebildet werden darf: Stichwort „Frankenjura“…

 

Weitere Infos

Das Festival ist gerade erst angelaufen, d.h. ihr habt noch gute Chance dabei zu sein. Eine Übersicht aller Termine findet ihr hier.

 

In diesem Sinne: Viel Spaß im Kino! Solange der Frühling noch nicht ganz da ist, kann man das ja mal machen! 

Über uns

Dabei das Beste aus den kostbarsten Stunden zu machen. Wandern, Klettern, Natur und Abenteuer erleben. In Franken – meiner Heimat und auf Reisen.

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