Wandern

10 erprobte Wege, um jede Wandertour zu verderben – ein Erfolgsrezept! *

Warnschild Äste fallen herab

Wandern sowie Outdooraktivitäten jeder Art bergen ein gewisses Suchtpotential. Einmal ausprobiert, zieht es einen bei jeder Gelegenheit nach draußen. Passé sind ausschlafen, Serien-Marathon und rammdösig vor sich hin stieren am Wochenende.

Da der Frühling naht und die Outdoorsaison in den Startlöchern steht, ist es sinnvoll das Problem gleich im Keim zu ersticken! Daher verrate ich dir heute zehn erprobte Wege, wie man jede Wandertour verderben kann und die Gefahr einer Wiederholung erheblich senkt. Diese Anleitung funktioniert hervorragend für Paare, leistet aber auch im Zusammenhang mit Kindern, sonstigen Familienmitgliedern, Freunden und wenn man es richtig macht, auch wenn man allein unterwegs ist unschlagbare Dienste!

 Warnschild Achtung Sprengarbeiten

1. Beschäftige dich keinesfalls mit der Tour im Vorfeld!

Dieser Ansatz hat von jeher viel Potential. Denn irgendwann muss man ja entscheiden, wo und wie man wandern gehen will. Diese Entscheidung sollte aber keinesfalls in den Tagen zuvor gefällt werden, als absehbar war, dass man am Wochenende wandern gehen wollen würde, sondern erst am Morgen, wenn man los will. Die ideale Zeit gerade bei Paaren ist meiner Erfahrung nach morgens im Bett *vor* dem ersten Kaffee.
Dieser Ansatz hat deswegen so viel Potential, weil man

  • sich schon streiten kann noch bevor man aufgestanden ist und man schon im Morgengrauen irgendwelche sinnlosen Schuldfragen diskutieren kann
  • irgendeiner dann doch was aussuchen muss und es garantiert nicht die passende Tour ist
  • man eigentlich nicht genau weiß, wo man hin muss und damit nochmal beim Autofahren streiten kann und mehrere Anläufe braucht bis man den Startpunkt gefunden hat

2. Gehe zu spät los!

Wer 1.) ordnungsgemäß befolgt, schafft praktisch schon die Grundlage für 2.).
Zu spät los gehen, ist auf jeden Fall ein Klassiker! Wenn du nämlich erst mittags los kommst, kann man sich gleich mal beklagen, dass der Tag im Prinzip schon gelaufen ist noch bevor man nur einen einzigen Schritt gegangen ist (Mache beim ersten Mal, aber bloß nicht den Fehler deswegen nicht zu gehen. Heute musst du das durchziehen, damit das Erlebnis nachhaltig ist! Sollte aber jemand in der Zukunft doch noch auf die abwegige Idee kommen, wandern gehen zu wollen, ist dieser Zeitpunkt eine gute Möglichkeit ihn oder sie davon abzubringen, da es sich jetzt aber nun wirklich nicht mehr lohnt!).
Auf den Straßen sind Hinz&Kunz unterwegs, also solltest du die Autobahn wählen, um noch ein bisschen im Stau zu stehen. Du legst hier die Grundlage für den Abschluss der Tour! Wer zu spät los geht, wird später bestraft, d.h. muss im Zweifelsfall noch durch die Gegend irren, wenn es schon dunkel und kalt wird! Also ganz in deinem Sinne.
Ein ausgiebiges Frühstück, um Zeit zu schinden, ist allerdings nicht empfehlenswert. Erstens könnte es die Harmonie fördern und alles Weitere erfährst du hier.

3. Achte auf deine Kleidung!

Beautyqueen, du bist draußen unterwegs, wo dich jeder sehen kann! Also zählt hier Optik, nicht Funktionalität. Klobige Wanderstiefel sind daher am besten im Schrank aufgehoben. Flip-Flops, Sandalen oder dünnhäutige Stoffturnschuhe ergänzen deinen Look in der Regel bestens. Für Männer empfiehlt sich das Gleiche. Regenjacke oder am Ende gar Regenhosen sind natürlich nicht en vogue. Bei schönen Wetter können auch Shirts mit irgendwelchen Ausschnitten am Rücken eine Zierde sein! (In Kombination mit 5.) entstehen da an sonnigen Tagen so schöne Muster!)

Wanderschuhe mit Schlamm

Völlig falsch gekleidet!

4. Informiere dich nicht über das Wetter!

Egal, ob Regenradar oder Unwetterwarnung, öffne bloß nicht deine Wetter-App. Das Radio solltest du ebenfalls nicht anschalten, damit weder Wetterberichte noch Staumeldungen die Stimmung trüben können! Safety first – das dieser Tag unerfreulich endet!

5. Wer packt, verliert!

Eine einfache Weisheit, die du aber auf jeden Fall beherzigen solltest. Nimm deinen Rucksack (besser noch deine Handtasche!) einfach so mit wie sie ist. Unnützes, schweres Zeug in Kombination mit dem Fehlen der eigentlich notwendigen Ausrüstungsgegenstände (z.B. Sonnencreme, Erste-Hilfe-Set) sorgt für Rückenschmerzen und Sonnenbrand und garantiert frostige Stimmung.

6. Nimm kein Essen mit

Kein Essen mitnehmen, ist gar nicht so einfach, denn im Zweifel wird das hinterfragt. Daher solltest du vorbereitet sein! Begründe das Weglassen von Essen mit:
a) „Das ist doch nur ein kleiner Spaziergang!“
b) „Wir essen doch dann eh im Gasthaus!“
c) „Ups! Das muss ich wohl zuhause vergessen haben!“

Im Zweifel solltest du sicherstellen, dass sich in den Untiefen deines Rucksacks nicht doch noch ein zerknautschter Müsliriegel findet. Dieser Tipp funktioniert am besten, wenn du mit jemanden unterwegs bist, der richtig, richtig schlechte Laune bekommt, wenn er Hunger hat (so wie ich…).

7. Verspreche, dass es im Gasthaus auch etwas Vegetarisches gibt (oder Pommes und Nachtisch!)

Solltest du nicht schon so schlau gewesen sein eine Tour ohne Gasthaus herauszusuchen, kannst du immer noch darauf hoffen, dass es das Gasthaus mittlerweile nicht mehr gibt oder Ruhetag hat. Falls dein Plan nicht aufgeht, kannst du deiner Begleitung den Mund wässrig machen mit Dingen, die es in Gasthäusern gerne auch mal nicht gibt: Vegetarisches Essen (funktioniert in Franken in 9 von 10 Fällen), Pommes (Klassiker für Kinder) oder ein bestimmter Nachtisch!

Mädchen mit verschränkten Armen und vergrabenen Gesicht sitzt auf einem Stein.

Ich als man mir versprochen hatte: „Oben am Gipfel bekommst du Pommes!“

8. Schaue auf dein Smartphone!

Du bist zwar in der Natur unterwegs, aber das ist noch lange kein Grund nicht die ganze Zeit auf dein Smartphone zu starren. Dies führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Sätzen wie „Leg doch endlich mal dein Handy weg!“ mit leicht genervten Unterton. Diese sind selbstverständlich zu ignorieren. Der große Vorteil der ständigen Starrerei (abgesehen von den Nackenschmerzen und der Gefahr zu stolpern): Du kannst natürlich nicht auf den Weg oder die Markierung achten. Da sind Umwege oder Irrwege praktisch schon vorprogrammiert. Wenn du ohnehin einen etwas zu langen Weg ausgesucht hast, hilft das ungemein weiter.

9. Habe immer den passenden Spruch auf Lager!

Folgende Sätze solltest du auf jeden Fall im Repertoire haben:
„Mach dir keine Sorgen, ich kenn die Gegend wie meine Westentasche!“
„Natürlich bin ich mir sicher, dass es hier lang geht!“
„Duuu, ich kenn da eine Abkürzung…“
„Ach, das ist doch bloß eine Kuh! Die tut nix!“
„Es ist nicht mehr weit!“

10. Kenne den Weg besser als die Karte

Egal, was die Karte sagt, du hast immer Recht!

Neblig. Man kann keinen Weg erkennen.

Welche „Tipps“ habt ihr noch auch Lager? Verratet es mir doch in den Kommentaren! Ich bin gespannt… 

 

*Anmerkung der Autorin: Dieser Text ist keineswegs von einer Wanderhasserin geschrieben und wimmelt vor Übertreibungen und Ironie. Eine Paartherapie ist zum Glück auch nicht notwendig 😉

 

Über uns

Dabei das Beste aus den kostbarsten Stunden zu machen. Wandern, Klettern, Natur und Abenteuer erleben. In Franken – meiner Heimat und auf Reisen.

2 Kommentare

  1. Hahahahahahaha herrlicher Beitrag – vielen Dank dafür – ich musste sehr breit Schmunzeln 🙂

    • 16hfreiheit

      Danke, Romana! Das freut mich, wenn mir das gelungen ist! Ging mir beim Schreiben ähnlich 🙂

      Viele Grüße
      Lisa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.