Fränkische Schweiz Wandern

Winterwanderung zur Ewigen Anbetung in Pottenstein

Bergfeuer über Pottenstein entzündet

 

Die Ewige Anbetung in Pottenstein lockt jährlich am Dreikönigstag bis zu 15.000 Besucher. Kein Wunder, denn die Stimmung, wenn 1000 Feuer die umliegenden Hänge erleuchten ist einmalig. Dieses Jahr habe ich es auch endlich geschafft!

Planung

Der Besuch in Pottenstein steht ja schon länger auf meiner Winter-Wunschliste. Letztes Jahr war es aber total diesig und regnerisch und ich hab die heimische Couch dem Nieselregen vorgezogen. Dieses Jahr passt aber alles zusammen. Das Christkind hat zu Weihnachten ein Stativ gebracht und es hat geschneit! Und zwar so richtig schön. Perfekte Bedingungen für eine kleine Winterwanderung nach Pottenstein. Allerdings sehen das nicht alle so:
„Na, wie schauts aus? Bleibt es bei Freitag?“
„Da ist so kalt!“
Dreikönig soll der kälteste Tag des Jahres werden. Ob jetzt Temperaturen unter -10°C schön oder schrecklich sind, ist ja sehr subjektiv. Ich finde kalt ist kein Grund zuhause zu bleiben und irgendwann ist auch mein Bruder überzeugt.
Zu viert laufen wir von Hühnerloh aus los.

Baum in der Abenddämmerung

Start in der Abenddämmerung

Die Karawane oder ich fühle mich wie ein Sternsinger

Bei 15.000 Besucher ist es klar, dass wir nicht allein unterwegs sind. Die meisten schauen sich die Ewige Anbetung direkt von Pottenstein aus an. Die Straßen werden hier bereits um 14 Uhr gesperrt. Wir haben uns für die Variante mit kleiner Winterwanderung entschieden. Von Hühnerloh aus reicht es um 16 Uhr los zu laufen, damit wir pünktlich zum Entzünden der Feuer in Pottenstein sind. Die Idee haben mit uns noch ein paar andere. Interessanterweise alle mit auswärtigen Kennzeichen. Die Einheimischen sind heute wohl in der Unterzahl.

Pottenstein Ewige Anbetung 2017_Verschneiter Wald

Der Weg führt durch den verschneiten Wald

Ab Hühnerloh führt der Blaue Strich durch den Wald direkt nach Pottenstein (Ca. 4 Kilometer). Es herrschen perfekte Winterwanderbedingungen. Ein bisschen ist es heute schon wie bei den Drei Königen. Wir ziehen zwar nicht nach Betlehem, aber alle laufen in die gleiche Richtung zu unserem gemeinsamen Ziel.

Pottenstein Ewige Anbetung 2017_Karawanne: Mehrere Menschen laufen in gleicher Richtung durch die verschneite Landschaft

Ewige Anbetung in Pottenstein

Als wir in Pottenstein ankommen, ist zwar einiges los und wenn man den umliegenden Gesprächen Glauben schenken mag auch mehr als in den letzten Jahren, aber ehrlich gesagt, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Schnell finden wir ein Plätzchen auf der Hochfläche mit Blick auf die Kirche und die Burg.

Pottenstein Ewige Anbetung 2017_Blick auf Pottenstein

Für die meisten läuft die Veranstaltung hier unter dem Titel „Lichterfest“. Der religiöse Hintergrund ist für die meisten nebensächlich. Wie auch in anderen Orten der Fränkischen Schweiz stellt der Beschluss der Ewigen Anbetung eines der wichtigsten Feste dar. Bei der Ewigen Anbetung wird zwei Tage lang gebetet, praktisch ein immerwährendes Gebet. Nach der letzten Betstunde findet eine Prozession durch den Ort statt. Begleitend zur Prozession werden überall an den Hängen die Bergfeuer entzündet.

Die Feuer

Schon Tage vorher werden die 1.000 Feuerstellen von Freiwilligen errichtet. Säuberlich übereinander gestapelt, werden sie ab 17 Uhr mit reichlich Benzin übergossen und angezündet. Nach und nach erhellen immer mehr Feuer die Hänge.

Pottenstein Ewige Anbetung 2017_Das Feuer wird entzündet

Pottenstein Ewige Anbetung 2017_Das Feuer brennt

Pottenstein Ewige Anbetung 2017_Feuer über Pottenstein

Bis schließlich alle Feuer brennen und eine unbeschreibliche Stimmung erzeugen.

Pottenstein Ewige Anbetung_Die Feuer erhellen die Hänge

Pottenstein Ewige Anbetung 2017_Wärmen am Feuer

Rückweg

Pottenstein Ewige Anbetung 2017_Dunkelheit an der Kreuzkapelle

Als wir uns auf den Rückweg machen, ist es bereits stockdunkel. Mein Bruder ist in punkto Lichtstärke deutlich besser als wir ausgerüstet und sorgt dafür, dass wir den Weg sicher zurückfinden. Als wir über die freie Fläche laufen, wird mir klar, dass ich nächtliche Winterwanderungen bis jetzt völlig verkannt habe.

Atem(be-)raubend

Die Sträucher leuchten im Schein der Taschenlampen als wären sie mit Kristallen besetzt und die Sterne sorgen bei freien Himmel für atemberaubende Momente.

Allerdings tut das auch die Kälte und die paar Höhenmeter! Die anderen kommen deutlich besser voran als ich. Meine Beine melden akuten Sauerstoffmangel und mein Brustkorb fühlt sich auf ein Minimum geschrumpft vor. Blödes Asthma! Vor meinem inneren Auge kann ich mein Asthma genau sehen. Mein Asthma ist eine kleine Frau mit Schmollmund, mega High-Heels (deswegen kommt sie keine Berge hoch!), die einen Arm in die Seite stemmt und mit der anderen Hand und erhobenen Zeigefinger vor meiner Nase rumfuchtelt: „Du wusstest doch, dass diese Minusgrade nichts für dich sind. Wirst schon sehen, wenn du die nächste Lungenentzündung bekommst. Das war das letzte Mal…“ Jaja, und so zetert sie schön vor sich hin. Kann ja sein, dass ich mir richtige Bergwanderungen mit ordentlich Höhenmetern aus dem Kopf schlagen muss. Ich bin echt sehr langsam, aber nur wegen ein bisschen Motzerei auf solche Tage verzichten… No way, Püppie!

 

Über uns

Dabei das Beste aus den kostbarsten Stunden zu machen. Wandern, Klettern, Natur und Abenteuer erleben. In Franken – meiner Heimat und auf Reisen.

1 Kommentar

  1. Pinkback: Die wollen reden! Über Schuhe!! - 16hfreiheit

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