Fränkische Schweiz: A bis Z Wandern

L – Lilling – die Bio-Hopfen Hochburg

Lilling Titel

Die Lillachquelle gehört zu den besonders schönen Ecken der Fränkischen Schweiz. Für mich geht die Reise aber in erster Linie nach Lilling – dem „L“ in meiner Serie. Die Wanderung geht von Gräfenberg nach Lilling und zurück über die Lillachquelle.

Dieser Text ist Teil meiner Serie „Die Fränkische Schweiz von A bis Z“ – mehr erfährst du hier

Von Gräfenberg zum Traffohäuschen

Startpunkt ist der Bahnhof in Gräfenberg. Praktisch, weil viele Parkplätze, aber der Fußweg der vom Bahnhof in Richtung Marktplatz führt, ist so zum Einstieg nicht ohne. Oben angekommen, geht es nach rechts Richtung Dorfweiher und hier quere ich die B2. Damit ist das unschönste Stück der Wanderung gleich zu Beginn geschafft. Die Sollenberger Straße führt gleichmäßig bergauf und geht am Ortsrand in einen Schotterweg über.

Lilling Sollenberger Straße

An der ersten Kreuzung treffen wir zwei ältere Herren, die uns noch bevor wir auch nur über den Weg nachdenken können, fünf verschiedene Wegvorschläge für die heutige Tour machen.

Lilling TraffohäuschenDas Sollenberger Traffohäuschen spielt dabei eine wichtige Rolle! Nach einer netten Unterhaltung gibt uns der 88-jährige Herr noch den guten Ratschlag „Genießt das Leben. Rückblickend merkt man erst wie schnell das Leben vorbei zieht“ mit auf den Weg.

Wir genießen die Sonne und das schöne Wetter. In Sollenberg orientieren wir uns an den Häusern der Lillinger Höhe und kommen auch am Traffohäuschen vorbei.

 

Lillinger Höhe

Die Lillinger Höhe ist aufgrund der markanten Lillinger Buche gut zu erkennen. Am Ortseingang steht eine Kapelle. Die im 19. Jahrhundert gebaute Kapelle ist schon die zweite an dieser Stelle. Die Buche gibt dem Platz eine schöne Stimmung – auch wenn die Lage quasi als Verkehrsinsel nicht direkt darauf schließen lässt.

Lilling Lillinger Höhe Kapelle

 

Das größte Bio-Hopfen-Anbaugebiet der Welt

Der Weg nach Lilling führt ab jetzt an der Straße entlang. Sind aber zum Glück nur zwei Kilometer. Die Ecke ist als Obstanbaugebiet bekannt. Das hier auch Hopfen angebaut wird, ist selbst mir neu. Aber da Bier in Franken ja hoch im Kurs seht, ist es vielleicht auch kein Wunder!

Dann mach ich mich doch mal schlau. Der Hopfen an dem wir hier vorbei laufen, gehört zu einem der größten Bio-Hopfen-Anbaugebiete der Welt. Sowohl traditionelle Sorten als auch Hopfen mit Fruchtaroma werden hier angebaut. Verwendet werden diese Spezialsorten primär für die Herstellung von exotischeren Biersorten in den USA. Ich habs ja lieber klassisch und begnüge mich mit einer Schale Zwetschgen aus dem Selbstbedienungs-Obst-Häuschen (oder wie auch immer das wohl wirklich heißt!)

Lilling

Lilling Ortsschild

Lilling wurde 1205 das erste Mal urkundlich erwähnt. Der alte Name „Lugelinge“ deutet darauf hin, dass es schon damals zu Bayern gehörte. Das Dorf hat ungefähr 130 Einwohner. Lilling OrtsmitteWas man deutlich sieht, ist das die Ortsmitte erst letztes Jahr neu gestaltet worden ist. Fahrradständer, Bänke und ein Kreuz bilden den zentralen Treffpunkt. Auf das Kreuz legt man in dieser kleinen katholischen Insel bestimmt viel Wert. Der Rest von Gräfenberg ist nämlich evangelisch. Wir treffen jedenfalls niemanden – und das liegt sicher nicht daran, dass alle mit dem Bus unterwegs sind!

Lilling Busfahrplan

Aber abgesehen von der erwartungsgemäß schlechten öffentlichen Anbindung entdecke ich doch viele schöne Ecken:

Lilling Milchäuschen

Lilling Ausfahrt frei halten

Lilling Mengele Aufzug

 

Lillacher Quelle und Sinterstufen

 

Lilling Pfad

Von der Ortsmitte nach Lilling geht es mit dem Roten Punkt hinunter ins Tal zur Lillachquelle. Von der Quelle führt der Weg zu den Sinterstufen.

Lilling Steg

Die Wege sind im Sommer neu angelegt worden. Bei meinem letzten Besuch im Frühling hat man sich hier noch gerne nasse Füße geholt. Obwohl das Naturdenkmal auch jetzt im Spätsommer seinen Reiz hat, würde ich doch einen Besuch im Frühling oder Herbst empfehlen. Nach dem ersten Drittel von der Quelle weg führt das Flussbett nämlich kein Wasser mehr. Und damit kann man das sehr seltene Kalktuffbachbett (das heißt wirklich so!) gar nicht richtig bestaunen. Und es stellt sich schon die Frage, was Feuersalamander und Wasseramsel, die hier ihren Lebensraum finden, wohl jetzt gerade machen?

 

Milch-Tankstelle in Weißenohe

Lilling Milchtankstelle

Am Bach entlang führt der Weg weiter nach Weißenohe. Am Ortseingang stößt man hier auf die Milch-Tankstelle des Bauernhof Hänfling. Vor Ort kann man eine Flasche kaufen und dann an der Tankstelle einen Liter Milch für einen Euro kaufen. Lilling KüheDaneben gibt es auch noch einen Automaten für Käse.
Besonders schön ist natürlich, dass man ein paar Schritte weiter gleich mal die Damen kennen lernen kann, die für die Güter verantwortlich sind. Die Damen leben im Offenstall mit Melkroboter. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen müssen wir diesmal auf den Geschmackstest verzichten, aber Weißenohe liegt ja fast immer auf dem Weg.
Durch den Ort geht es zurück Richtung Gräfenberg und ich freu mich schon jetzt auf die nächste Tour in die noch unbekannten Ecken der Fränkischen Schweiz!

Bier oder Milch? Was hättet ihr lieber probiert? Ich freu mich über eure Kommentare!

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Dabei das Beste aus den kostbarsten Stunden zu machen. Wandern, Klettern, Natur und Abenteuer erleben. In Franken – meiner Heimat und auf Reisen.

4 Kommentare

  1. Eine wunderschöne Wanderung!
    Die Lillachquelle ist auch über einen schönen Wanderweg von Gräfenberg aus erreichbar – vorausgesetzt man findet den Einstieg 😀 Aber du hast recht, Frühling und Herbst sind die besten Zeiten für einen Besuch bei den Sinterstufen.
    Bier oder Milch? Ich nehme lieber den Käse 😉

    • 16hfreiheit

      Ja, ich finde auch die kleine Tour von Weißenohe aus immer ganz schön. Im Winter war die Quelle auch interessant, aber dann hat man nicht mehr so viel von der Natur. Also doch noch einen Besuch im Herbst 🙂
      Dann werde ich das nächste Mal ein Stück probieren… und berichten!

  2. Pinkback: Serie "Die Fränkische Schweiz von A bis Z" - 16hfreiheit

  3. Pinkback: Die Fränkische Schweiz A-Z: Wanderung über die Orakelquelle St. Moritz nach Ortspitz - 16hfreiheit

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