Wandern

Sonntagsausflug zu den Urwildpferden im Tennenloher Forst

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Der Tennenloher Forst liegt praktisch vor Nürnbergs Toren und eignet sich gut für Sonntagsausflüge. Diesmal ein Besuch bei den Urwildpferden.

Tennenloher Forst

Der Tennenloher Forst, der zum Sebalder Reichswald gehört, liegt in Erlangen an der B4. Er ist eines der größten Naturschutzgebiete in Bayern. Wie überall im Sebalder Reichswald ist es nicht empfehlenswert die Wege zu verlassen.

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Vom Parkplatz an der B4 geht es über den nicht so reizvollen Schotterweg zu den Urwildpferden. Der Weg ist vielleicht nicht so spannend, aber dafür sehr familienfreundlich. Kinderwagen schieben, dürfte hier kein Problem sein.

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Sand und Artenvielfalt

Die Besonderheit des Gebietes ist, dass aufgrund seiner früheren Nutzung als Truppenübungsplatz ein Sandgebiet entstanden ist. Hier haben sich über 1.800 verschiedene Tier- und Pflanzenarten angesiedelt.

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Zu den Überlebenskünstlern auf dem nährstoffarmen Sandmagerrasen zählt die Heide. Heidekraut ist Lebensraum für viele Insekten, aber besonders für die Honigbiene. Früher wurde der überschüssige Heidehonig gesammelt und für die Herstellung der berühmten Nürnberger Lebkuchen verwendet.

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Das Gehege – größer als gedacht

Wir sind vom Parkplatz aus zum Gehege gelaufen und sind dann am Heuweg zur Mitte des Geheges. Dort haben wir an der Brücke das Gehege gequert und sind zurück – und haben den Weg total unterschätzt! Wir waren über zwei Stunden unterwegs. Das Gehege ist 90 ha groß. Das entspricht in etwa 130 Fußballfeldern. Eine Größenordnung, die man sich durchaus bewusst machen sollte, wenn man den Familienfrieden wahren möchte.

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Über die Besonderheiten des Gebietes informieren Hinweistafeln rund um das Gelände der Urwildpferde. Der Rückweg hat mir persönlich mehr zugesagt als der Hinweg, da es hier auch ein paar schmalere Pfade gibt.

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Die Urwildpferde

tennenlohe_weg zu den pferdenDie Urwildpferde wurden 2012 auf dem Gelände angesiedelt, um gerade die besondere Artenvielfalt zu erhalten. Die Pferde sind quasi als Landschaftspfleger engagiert worden. Würde man das Gelände sich selbst überlassen, würde das Gebiet überwuchert werden und seinen Steppencharakter verlieren. Die Przewalski-Urwildpferde, die ursprünglich aus der Mongolei stammen, sind die einzige erhaltene Form des Wildpferdes in Europa. In freier Wildbahn sind diese Pferde um 1970 ausgestorben, aber einige Tiere wurden zu dieser Zeit bereits in Zoos gezüchtet. So stammen auch die Hengste im Tennenloher Forst aus dem Nürnberger Tiergarten und dem Tierpark Hellabrunn. Die Hengste bilden sozusagen eine Junggesellengruppe.

Ich habe bei unserem Besuch ja schon fast nicht darauf zu hoffen gewagt, aber wir haben sie tatsächlich gesehen. Bei dem rießigen Gelände muss man sich darauf einstellen auch mal einen Besuch ohne Sichtkontakt zu erleben.

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Ziegen als Allesfresser

Die Pferde machen zwar einen guten Job, allerdings gibt es Pflanzen wie die Spätblühende Traubenkirsche, die von den Pferden aufgrund von Giftstoffen nicht gefressen werden. Um auch dieser Bedrohung für das Naturschutzgebiet etwas entgegen zu setzen, wurden zusätzlich zu den Pferden noch Pfauenziegen angesiedelt. Die Ziegen, die aus der Schweiz stammen, sind erstklassige Allesverwerter. Und ziemlich groß geraten. Wir haben sie nur aus der Entfernung gesehen, aber die machen wirklich was her.

Alles in allem ist der Besuch des Tennenloher Forstes ein interessanter Ausflug für große und kleine Naturforscher. Jedenfalls wenn man sich nicht nur über Tiere freut!

Welche besonderen Tiere gibt es noch in der Fränkischen Schweiz? Kennenlern-Tipps erwünscht!

 

Über uns

Dabei das Beste aus den kostbarsten Stunden zu machen. Wandern, Klettern, Natur und Abenteuer erleben. In Franken – meiner Heimat und auf Reisen.

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