Fränkische Schweiz Wandern

Wanderung zur 1000-jährigen Linde nach Kasberg

linde_Kasberger Linde

Man sollte viel öfter mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen! Nicht nur der Umwelt zu Liebe, sondern schon allein wegen des Mehrs an Abenteuer und Nervenkitzel! Hab ich mir jedenfalls so gedacht, als ich von der U-Bahn zum Zug renne. Denn heute besuche ich die 1000-jährige Linde und den Teufel und das bedeutet genug Aufregung!

Von Igensdorf ins Domizil des Teufels

linde_brunnenMit der Gräfenbergbahn (die jetzt gar nicht mehr so heißt!) geht’s für mich nach Igensdorf. Igensdorf liegt in einem Talkessel. Beim Weg vom Bahnhof durch den Ort wird schon deutlich, dass der Obstanbau hier eine große Rolle spielt. Folgt man der Eberhardsbergstraße steht man innerhalb von wenigen Minuten zwischen Obstplantagen. An diesem Teilstück des Jakobswegs trifft man auch schon die ersten gehörnten Gesellen.

Ab dem Wanderparkplatz gehe ich mit blauen Kreuz immer bergauf. Auch wenn sich die Wege teilen, letztlich führen sie alle direkt in die Arme des Teufels.

Ich bin nicht besonders hysterisch, aber an diesem Tag ist mir schon etwas mulmig zu Mute allein im Wald. Im Wald zieht Nebel auf und es ist richtig diesig. Meine Beklemmung wird größer… Ich muss ein bisschen mit mir schimpfen, dass ich mich heute so anstelle. Auf mich wartet hier sicher keiner! Als ich die Teufelsküche erreiche, ist der Nebel schlagartig weg.

Und ab jetzt geht es Schritt für Schritt durch Luzifers Zuhause.

 

 

Am bekanntesten ist der Teufelstisch. Der Sage nach hat ein Mönch des Klosters in Weißenohe im Wald Feuer gesehen. Als er an die besagte Stelle kam, musst er dort mit dem Teufel, um sein Leben spielen. Der Stein ist geformt wie ein Pilz und angeblich sieht man oben auf dem Stein die Abdrücke der Spielkarten. Die weit weltlichere Erklärung ist, dass man hier versteinerte Schwämme des Jurameers sehen kann.

Ich kann jedenfalls unbehelligt meine Tour bergauf fortsetzen und folge ab dem Eberhardsberg dem Gelben Kreuz.

 

 

Irrungen und Wirrungen

Der Weg wechselt zwischen Wald und Fels und ist nur an einer Stelle schlecht markiert. Nahe Gutenberg führt der Weg bergab. Die Gabelung nach rechts und die Markierung auf der anderen Seite, die in die Richtung weist aus der ich komme, fällt mir zwar auf, aber tja… fünf mal lauf ich hoch, runter, den Weg rein, den Weg wieder zurück und wieder vorne. Letztlich entscheide ich mich doch für den Weg nach rechts, weil er ein bisschen nach Allee ausschaut und das auf mich ganz einladend wirkt. Nach einer Weile taucht dann auch die dazugehörige Markierung auf. Ich bin richtig! Durch den Wald führt der Weg weiter bergauf und man quert die Straße. Hier bekommt man es richtig mit dem Sommer zu tun.

Die 1000-jährige Linde

Über Schotterwege erreicht man einen Wanderparkplatz und von hier aus kann man Kasberg schon sehen. Im Ort mache ich Rast an der 1000-jährigen Linde.

Die Linde ist nach Schätzungen zwischen 600 und 1000 Jahren alt. Das Naturdenkmal ist schon mehrmals saniert worden und wird heute von Metallstangen gestützt. Angeblich wurde die Linde von Kaiserin Kunigunde gepflanzt und heißt deswegen auch „Kunigundenlinde“. Nach einem Feuer im 18. Jahrhundert ist der Stamm der Linde hohl.

linde_Linde Stamm

Neben Gerichtsurteilen hat die Linde wohl auch diverse Tanzveranstaltungen in ihrem langen Leben mitgemacht. Trotz ihrer Angeschlagenheit ist sie immer noch ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Zurück nach Gräfenberg

Mich führt der Weg zurück, so wie ich gekommen bin. Gutenberg schon in Sichtweite biege ich am Strommast nach links ab und gehe nach rechts nach Gutenberg hinein. Ab hier folge ich dem blauen Strich und bin schnell wieder in Gräfenberg. Ich bummle noch ein bisschen durch den Ort, aber für die Fünf-Seidla-Steig-Gänger ist gerade Hochsaison. Da gönne ich mir doch lieber noch ein kleines Nickerchen am Bahnhof, bevor mich die Mittelfrankenbahn (so heißt die jetzt!) wieder zuverlässig einsammelt.

Welche Naturdenkmäler lohnen noch einen Besuch? Erzählt es mir doch in den Kommentaren!

Über uns

Dabei das Beste aus den kostbarsten Stunden zu machen. Wandern, Klettern, Natur und Abenteuer erleben. In Franken - meiner Heimat und auf Reisen.

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